Winter im Südosten Irlands

Seit kurzem sinken die Temperaturen auf knapp unter 0 Grad bei Nacht, deshalb ist es morgens ganz schön kühl im Haus. Gut, dass das Haus in dem wir zur Miete leben gut isoliert und einfach zu heizen ist. Wir haben eine Ölheizung und die funktioniert sehr gut. Trotz einer rund 6-monatigen Heizperiode ist der Ölverbrauch nicht allzu hoch. Momentan heizen wir dreimal am Tag: frühmorgens für 2-3 Stunden, mittags (je nach Wetterlage) nochmal 1 Stunde und abends für 1-2 Stunden. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass wir den ganzen Tag im Haus sind (wir arbeiten zuhause). Der Verbrauch liegt bei rund 400-500 Liter im Jahr.

Was in Irland sehr unangenehm werden kann im Winter ist der Wind. Da gibt es teils Tage an denen der so richtig um‘s Haus pfeift, das Laufen am Strand gar unmöglich macht und sogar einige Äste in Bewegung bringt oder bricht. Danach liegen hier und dort mehr oder minder große Hindernisse auf den Straßen.

Außerdem gibt es während der Winterzeit viel mehr Niederschlag. Nein, so oft regnet es in Irland auch wieder nicht, zumindest nicht während der wärmeren Jahreszeit 😉 Im Winter dagegen schon. Das ist dann die Zeit in der die Handtücher, die im Gäste-WC und Bad hängen, überhaupt nicht trocknen und deshalb auf jeden Fall täglich gewechselt werden müssen. Wenn wir mit den Hunden von einem regnerischen Spaziergang zurückkommen werden die durch’s Trockenrubbeln mit dem Handtuch kaum trocken. Da muss dann schon der Fön ran.

Im Gegensatz zu Wind und Regen macht uns die Kälte hier nicht so sehr zu schaffen. Nunja, bis auf ein paar Ausnahmen, wie z. B. der Winter in 2010 oder im letzten Jahr. Zudem ist es wunderschön, mitten im Dezember, bei rund 10-15 Grad den Strand entlangzulaufen. Aber darüber gibt es ein anderes Mal mehr.

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Wann gibt es was zu essen – Teil 2

Im ersten Teil ging es hauptsächlich um das Frühstück, heute soll sich alles um das Lunch drehen.

In unserer Familie war das Mittagessen die umfangreichste Mahlzeit. Meine Eltern hatten ihr eigenes Geschäft, die Wohnung lag nur ein paar Treppenstufen entfernt. Im Idealfall hatte meine Mutter oft schon gekocht bis ich von der Schule heimgekommen bin. War die Zeit jedoch zu knapp gewesen, dann ist mein Vater zum Schnellimbiss gefahren um etwas zu holen. Unter Zeitdruck oder nicht, das Mittagessen war immer die Hauptmahlzeit geblieben.

Später, als ich meine eigene Familie hatte, verlagerte sich die große Mahlzeit auf den späten Nachmittag. Das macht eben mehr Sinn, wenn der Mann (außer Haus) arbeiten geht und die Kinder erst um 13:00 oder noch viel später von der Schule nach Hause kommen.

Im Gespräch mit meinen irischen Freunden habe ich erfahren, dass die meisten Iren, die in den Großstädten leben, die Hauptmahlzeit am frühen Abend zu sich nehmen. Dann wird sie jedoch nicht Lunch genannt, sondern Dinner. Einige, die ländlich wohnen (oft Farmer/Bauern) halten teils an der Tradition fest ein größeres Mittagessen zu kochen und abends nur Tea oder Supper zu sich zu nehmen. Was diese beiden Mahlzeiten bedeuten erkläre ich euch in einem meiner nächsten Beiträge.

Die Tageszeit und Größe des Gerichts spielt solange keine Rolle, bis euch jemand zum Essen einlädt 🙂 Wird es ein Full Irish Breakfast, also ein großes Frühstück, geben oder nur ein kleines? Gilt die Einladung für ein Essen um die Mittagszeit, kommt es darauf an was dein Gastgeber unter Lunch versteht. Meistens werden dann Sandwiches und Chips und danach eventuell Kaffee/Tee und Nachtisch serviert. Scheu‘ nicht davor zurück, ihn einfach daraufhin anzusprechen. Schließlich gibt es einiges über die irische Kultur zu erfahren und zu lernen. 😉

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Wann gibt es was zu essen? – Teil 1

Was gibt’s heut‘ feines?

… hatte mich meine Mutter oft gefragt.

Die Mahlzeiten, die in meiner Familie auf dem Tagesplan gestanden hatten waren: Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Vesper. Dabei wurden die Zeiten, bzw. die Zeiträume, streng eingehalten. Das Frühstück gab es frühmorgens, das Mittagessen um die Mittagszeit (zwischen 12:00 und 13:00), den Kaffee und Kuchen zur Kaffeezeit (meistens um 15:30) und abends, meist zwischen 17:00 und 19:00, das Vesper.

Stefan und ich haben das so gut wie beibehalten. Doch nachdem wir nach Irland ausgewandert sind, nun, 🙄 Heute fällt das Mittagessen bedeutend kleiner aus, mit der Kaffeezeit nehmen wir es nicht mehr ganz so streng und das Vesper hat sich in ein deftiges Abendessen verwandelt. Könnte es der Einfluss, den die irische Kultur auf uns hat, sein?

Was zu einem Full Irish Breakfast* (Irischen Frühstück) gehört

  • Baked Beans (Bohnen in Tomatensoße) oder auch nicht. Die einen finden Bohnen in Ordnung auf dem Teller, während andere keine mögen oder wenn, dann nur zum Fry (dazu komme ich weiter unten im Text)Dann gibt es sogar Iren, die sind regelrecht empört und würden die Bohnen nur einem Full English Breakfast zuordnen.  
  • Black Pudding (Blutwurst) und/oder White Pudding (Leberwurst), in der Pfanne gebraten.
  • Mushrooms (Pilze), die auch weggelassen werden könnten, wie manche behaupten.
  • Potatoes (Kartoffeln), hier wird’s nun wirklich schwierig! Für die einen sind es die Kartoffeln in Form der Hash Browns (Kartoffelpuffer), worüber sich die anderen doch sehr empören: „Nein! Es gehört schon das originelle Irish Potato Bread/Farls (Irisches Kartoffelbrot) auf den Teller.“ Und dann gibt es noch diejenigen, die nach einem Boxty (Irischer Kartoffelpfannkuchen) verlangen, das wohl nordirischen Einschlag hat. Apropos Nordirland: Selbst Pommes sind nicht soweit hergeholt und wurden schon zum Frühstück serviert, allerdings in the North (im Norden Irlands).
  • Rashers (Speckscheiben) angebraten
  • Sausages (Würstchen), hier sind sich die meisten einig: ohne würde es auf jeden Fall kein richtiges Full Irish Breakfast sein.
  • Toast/Bread  für manche ist die Scheibe Toast schon okay, für andere darf es nur das original Irish Soda Bread sein.
  • Tomatoes (Tomaten), in mancherlei Augen sind Tomatenscheiben nur zu Dekorationszwecken auf dem Frühstückteller zu finden und gehen deshalb mit dem Besteck und leeren Teller zurück.

Eigentlich sollte dies nur ein Beitrag über die Unterschiede zwischen den deutschen und den irischen Essensgewohnheiten werden. Doch nun hat er sich zu einem ausgiebigen Frühstücksbeitrag entwickelt 🙂 Das Frühstück hätten wir soweit geklärt, ja?

Achso, ja, das Fry. Das ist im Grunde genommen ein Full Irish Breakfast das zu einer späteren Tageszeit, so zwischen 17:00 und 18:00 Uhr, serviert wird und deshalb Fry genannt wird – vielleicht ähnlich dem deutschen „Vesper“, das man anstatt eines großen Dinners (Abendessen) isst?

Im Laufe der Zeit werde ich mehr über die anderen Mahlzeiten schreiben, Lunch, Tea, Dinner und Supper. 

*Die Meinungen gehen hier mehr oder minder auseinander. Traditionen innerhalb der Familien und geografische Lage (z. B. Wohnort) spielen hier eine bedeutende Rolle.

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